Deine ehrliche Morgenroutine mit Gott: Wie du Ruhe im Chaos findest
- Karin Hahn

- 22. Okt. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Das schlechte Gewissen und Gottes Blick
Kennst du das Gefühl, wenn der Morgen anbricht und dich ein nagendes schlechtes Gewissen plagt, weil die „Zeit mit Gott“ mal wieder zu kurz kam? Es hat wieder nicht geklappt, du fühlst dich wie ein Versager und nicht gut genug und das schon am Morgen. Eigentlich sollte diese Zeit doch Kraft spenden, doch stattdessen herrschen Hektik und Chaos, weil du nicht aus dem Bett kamst. Du fühlst dich schuldig, weil du nicht die halbe Stunde früher aufgestanden bist, aber deine Augen waren einfach noch zu schwer.
Damit bist du nicht allein. Viele kennen dieses oder ein ähnliches Gefühl. Dennoch hältst sich hartnäckig ein Mythos vom „frühen Vogel“. Am besten klingelt der Wecker um 5 Uhr, denn schließlich machen das die großen, erfolgreichen Menschen und sie schwören darauf. So hat man Zeit für die sogenannte Self-Care, Zeit für Gott, die To-Do-Liste zu überblicken, Zeit in die Stille zu kommen usw. Doch ich frage dich: Muss es wirklich strikte Dispziplin und frühes Aufstehen sein, besonders, wenn du, wie ich, eine „Eule“ und keine „Lerche“ bist? Ist Gott ein harter Richter oder doch vielmehr Liebe, Gnade und Verständnis?
Gottes Perspektive ist nicht unsere. Ich möchte dich heute an Jesaja 55,8-9 erinnern: Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und seine Wege sind nicht unsere Wege. Er hat Besseres für uns bereit und Verurteilung ist nicht das, was er über uns ausspricht, nur weil wir es morgens nicht geschafft haben. Gott sieht unsere Situation. Nein, er ist nicht enttäuscht oder böse. Im Gegenteil, voller Liebe und Gnade blickt er auf unser Herz, unsere Situation, die Überforderung im Strudel des Alltags. Er sieht voller Gnade und Verständnis auf unsere unperfekten Anfänge.
Ich lade dich heute ein, dir selbst diese Gnade zu erlauben. In diesem Artikel teile ich, wie meine eigenen Morgenstunden aussehen und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe - mal im Bett, mal nach dem Aufstehen, mit Routine-Unterschieden zwischen Schulzeit, Ferien und Wochenende.
Der Morgen als Stressfalle
Wenn der Wecker klingelt, beginnt oft ein innerer Kampf: Tausend To-Dos schießen einem durchs den Kopf und der Morgen fühlt sich an wie ein Überfall. Stress, Chaos, Hektik - das Gefühl, sofort funktionieren und den Überblick behalten zu müssen, ist allgegenwärtig. Du drückst die Snooze-Taste, um noch ein paar Minuten zu gewinnen, vielleicht um die „stille Zeit mit Gott“einzuschieben, quältst du dich doch noch aus dem Bett. Doch was als Kraftquelle gedacht ist, wird oft zu einem weiteren Energieräuber, das es nur noch ein Punkt auf der morgendlichen Liste ist. Herz und Hingabe fehlen und es fühlt sich wie eine Last an.
Trotzdem hörst du wahrscheinlich oft von anderen Christen Sätze wie „Du musst disziplinierter sein!“ oder „Du musst dich einfach nur dafür entscheiden!“. Doch es fühlt sich nicht leicht an, nicht nach einer Beziehung zu einem liebenden Gott, sondern eher wie eine Pflichtübung. Wenn es dann nicht klappt, folgen Gewissensbisse, Zweifel und Selbstvorwürfe, die eine ungewollte Distanz zu Gott schaffen.
So erging es auch mir, bis ich es leid war. Ich begab mich auf die Suche nach Gottes Gegenwart im ganz normalen Alltagschaos des Morgens und erkannte: Gott geht es nicht um Pflichterfüllung. Er möchte mein Herz, nicht meine Disziplin und Strenge.
Auch heute noch sind meine Morgen oft stressig, chaotisch und nebelig. Ich bin ein absoluter Morgenmuffel und mag es gar nicht, wenn meine Familie pünktlich mit mir aufsteht. Auch kann ich mir nichts merken, was mir gleich nach dem Aufstehen erzählt wird. Gott weiß das ich eine „Eule“ bin und deshalb ist es für ihn und für mich in Ordnung, dass ich nicht eine halbe Stunde früher aufstehe, um „Zeit mit ihm“ zu verbringen. Gott ist immer da; ich mache keine extra Termine mit ihm - wenn ich ihn brauche, lege ich einfach los.
Ich habe mir dennoch ein paar einfache Routinen angewöhnt, die ich ganz natürlich in meine morgendlichen Abläufe integrieren kann. Vielleicht sind sie ja auch etwas für dich, um den Tag entspannt und produktiv zu beginnen. Sie können als Inspiration dienen, denn es geht nicht darum, den perfekten Morgen zu haben oder die einzig wahre Lösung zu finden, sondern kleine Gewohnheiten zu etablieren, die dir guttun und die du ohne großen Aufwand in deinen Alltag einbauen kannst.
Routinen mit Herz und Gnade
Ich durfte in meinem Leben die tiefgreifende Erkenntnis gewinnen, dass der wahre Schlüssel in der bewussten Annahme Gottes bedingungsloser Liebe liegt. Eine Liebe, die nicht an meine Leistung, meine Fehlerlosigkeit oder meine Perfektion geknüpft ist. Sie ist einfach da, unverdient und unendlich. Dieses Wissen hat meinen Blick auf meine Beziehung zu Gott grundlegend verändert.
Es sind oft die kleinen, scheinbar unscheinbaren Momente, die eine enorme Wirkung entfalten können. Fünf bis zehn Minuten bewusster Achtsamkeit können ausreichen, um eine tiefe Verbindung herzustellen und den Tag in ein neues Licht zu tauchen:
Der Gute-Morgen-Gruß im Bett
Noch bevor der Tag richtig beginnt und du das Bett verlässt, nimm dir einen kurzen Augenblick. Ein leises „Guten Morgen, Gott“ kann schon eine erste Brücke schlagen und dir bewusst machen, dass du nicht alleine bist.
Dankbarkeit beim Zähneputzen
Eine Routine, die jeder kennt. Warum nicht diese Zeit nutzen? Schließe kurz dein Augen und lass einen Gedanken der Dankbarkeit aufsteigen. Wofür bist du heute dankbar? Für das Leben, die Gesundheit, die Sonne, einen lieben Mensche, etc.?
Gedanken festhalten und Gott einbeziehen
Das Aufschreiben deiner Gedanken in einem Notizbuch kann klärend wirken. Noch tiefer geht es, wenn du Gott in diesen Prozess einbeziehst. Sprich mit ihm über deine Pläne, deine Ängste, deine Wünsche. Wenn du einen Achtsamkeits-Terminplaner nutzt, integriere Gott bewusst in deine Tagesplanung und To-Do-Listen. Frage ihn um Führung und Inspiration.
Weitere einfache Ideen für den Alltag
Kurze Gebete beim Kaffeekochen
Während das Wasser kocht oder der Kaffee durchläuft, nutze die Zeit für ein kurzes Dankgebet oder eine Bitte.
Inspirierende Musik auf dem Weg zur Arbeit
Statt dich von Nachrichten oder Alltagslärm berieseln zu lassen, höre Musik, die deine Seele berührt und dich ermutigt.
Ein kurzer Bibelvers
Diverse Apps bieten bspw. den „Vers des Tages“ an. Ein einziger Vers kann eine tiefe Botschaft für dienen Tag bereithalten und dich inspirieren.
Mein größtes Learning in all dem ist: Finde deinen eigenen, ganz persönlichen Weg. Passe ihn an dich an, an deine Bedürfnisse, an deinen Lebensrhythmus und an deine einzigartige Beziehung zu Gott. Was für mich funktioniert, muss nicht zwangsläufig für jeden anderen anwendbar sein. Es geht darum, deinen authentischen Weg zu entdecken, der sich für dich richtig anfühlt und zu dir passt. Letztendlich kommt es nicht auf die äußere Form oder die Perfektion deiner Routinen an, sondern auf die aufrichtige Absicht, die dahintersteht. Es geht darum, eine bewusste Entscheidung für Gott zu treffen, ihn in dein Leben einzuladen, selbst wenn es nur in wenigen, flüchtigen Minuten des Tages ist. Diese kleinen Momente können zu einer tiefen und erfüllenden Verbindung führen, die dein Leben bereichert und dir Kraft schenkt.
Dein Weg zur authentischen Morgenroutine
Wir haben gesehen: Die Essenz einer ehrlichen Morgenroutine mit Gott liegt nicht in strikter Disziplin oder dem Mythos vom „frühen Vogel“, sondern in der bewussten Annahme von Gottes bedingungsloser Liebe. Es geht darum, im Chaos des Alltags Ruhe zu finden und eine tiefe Verbindung zu ihm aufzubauen - ganz ohne schlechtes Gewissen oder den Druck, perfekt sein zu müssen.
Die Erkenntnis für deinen Alltag sind vielfältig: Erlaube dir selbst Gnade. Gott sieht dein Herz, deine Situation, deine unperfekten Anfänge mit Liebe und Verständnis. Schon klein, unscheinbare Momente von fünf bis zehn Minuten Achtsamkeit können eine enorme Wirkung entfalten: ein leiser Guten-Morgen-Gruß im Bett, Dankbarkeit beim Zähneputzen und Gott einbeziehen, kurze Gebete beim Kaffeekochen oder inspirierende Musik auf dem Weg zur Arbeit.
Das wahre Gottesbld, das wir hier beleuchtet haben, ist eines von Liebe, Gnade und Verständnis - fernab von Strenge und Enttäuschung. Gott ist nicht enttäuscht, wenn dein Morgen chaotisch ist. Er ist immer da um möchte dein Herz, nicht deine Leistung.
Das befreit dich von jeglichem Druck! Es geht nicht um die äußere Form oder die Perfektion deiner Routinen, sondern um die aufrichtige Absicht, Gott in dein Leben einzuladen. Finde deinen eigenen, ganz persönlichen Weg, der sich für dich richtig anfühlt und zu dir passt.
Was sind deine Erfahrungen mit deiner Morgenroutine und der Zeit mit Gott?
Hast du ähnliche Gefühle erlebt oder eigene Wege gefunden, im Alltag Ruhe und Verbindung zu finden?
Teile deine Gedanken und Erlebnisse gerne in den Kommentaren - ich freue mich darauf, von dir zu lesen!
Karin 💛




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