Wenn alles zerbricht - wie Vertrauen im Ungewissen wächst
- Karin Hahn

- 13. Nov. 2025
- 9 Min. Lesezeit
Von Herzbruch zu Blogglück: Meine persönliche Reise der Selbstfindung
Kennst du das Gefühl, als würde alles auseinanderbrechen und das von einem Moment auf den anderen? Deine Welt wird aus den Angeln gehoben und du weißt gar nicht, wie dir gerade geschieht? Plötzlich stehst du vor einem Scherbenhaufen und all deine Träume und Pläne scheinen wie Seifenblasen zu zerplatzen.
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Und deshalb möchte ich heute mit dir teilen, wie mein Leben vor wenigen Jahren genau so ein Scherbenhaufen wurde und wie mich dieser Weg unweigerlich zum Bloggen gebracht hat.
Es war ein Tag wie jeder andere. Nichts ahnend kam ich zur Arbeit und alles lief wie gewohnt, bis zu dem Augenblick, als eine Kollegin meine privaten Aufzeichnungen gelesen hat. Von einem Moment auf den anderen hat sie sich komplett gegen mich gestellt. Sie hat mich bei jeder Gelegenheit bloßgestellt, mir Steine in den Weg gelegt und mich ignoriert. Egal, was ich tat, in ihren Augen war "böse, schlecht, gemein, etc.". Trotz Mitarbeitergesprächen und Supervisionen änderte sich nichts. Ich stand da und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich liebte meinen Job, wollte aber so nicht weitermachen. Und ich brauchte dringend einen Job. Schweren Herzens habe ich den Entschluss gefasst und bin gegangen.
Da stand ich, ohne Job, ohne Einkommen. Ich schmiedete Pläne, wie es weitergehen könnte. Ich dachte, ich könnte vielleicht mit Online-Marketing starten, habe einen Kurs gekauft und bin kräftig auf die Schnauze geflogen. Außer Spesen nichts gewesen. Okay, dann halt eine neue Ausbildung machen, ich dachte an eine Marketingausbildung, war schon angemeldet. Da kam plötzlich ein neues Jobangebot. Wieder alles anders, aber ich brauchte diesen Job, habe daher angenommen und bin heute total froh darüber. Ein sicheres Einkommen und ein super Arbeitsumfeld mit echter Wertschätzung.
Dennoch spürte ich im vergangenen Jahr, dass das nicht alles ist. Ich wollte mich zusätzlich im Onlinebereich selbständig machen, sozusagen als zweites Standbein. Ich begann, auf Instagram zu posten und einen Podcast aufzunehmen. Dabei kam ich auf aufs Bloggen. Doch alles war ungewiss: Funktioniert es? Ist es das, was ich wirklich will?
Ursprünglich war Instagram mein Fokus, doch mittlerweile ist mir aufgefallen, dass das Bloggen mir viel mehr Spaß macht. Es ist das, was ich machen will! Es gibt mir Kraft, wenn ich für andere Mehrwert schaffen kann, nicht mit Videos, sondern mit Texten, die auch später noch meiner Community weiterhelfen. Schreiben ist meine Leidenschaft, besonders das Schreiben über Gott und die Welt, über alles, was mich bewegt und von dem ich denke, dass es auch dir helfen könnte.
Ja, meinen Instagram-Account gibt es noch, doch er wird nicht regelmäßig bespielt. Auch den Podcast gibt es noch. Aber mein ganzes Herzblut fließt in diesen Blog. Und ich hoffe so sehr, dass ich dir damit weiterhelfen kann. Mein Ziel ist es, dir Mut zuzusprechen, dir zu zeigen, dass du mit keinem deiner Themen allein bist. Ich möchte hier im Laufe der Zeit einen echten Safe-Place für dich schaffen. Einen geschützten Ort, an dem du frei deine Meinungen sagen darfst und dafür nicht verurteilt wirst.
Dieser ganze Weg - der Schmerz im Job, der gescheiterte Online-Kurs und das ständige Gefühl, mich neu erfinden zu müssen - war zutiefst ungewiss. Er hat mich gezwungen, mich der Frage zu stellen: Wie hältst du ein Leben aus, das so chaotisch ist und in dem so vieles zerbricht? Die Antwort fand ich nicht in mehr Disziplin oder einem besseren Plan, sondern ein einer völlig neuen Haltung.
Die Kraft der Demut
Ich weiß nicht, ob du es nach meiner Geschichte erahnen kannst, aber ich war lange Zeit zutiefst Ich-zentriert. Nicht aus böser Absicht, sondern aus tiefem Schmerz. Dadurch drehte sich mein Denken fast ausschließlich um mich: Was macht mich unglücklich? Was fühle ich? Was tut mir weh? Ich sah nicht, dass mein Fokus auf meinen eigenen Schmerz mein gesamtes Umfeld beeinflusste und meine Sicht auf das große Ganze vernebelte.
Wenn Gott für dich kämpft
Diese Ich-Zentriertheit führte mich an meinen absoluten Tiefpunkt, an dem mein Leben zerbrochen war. Je mehr ich mich um meine Verletzung drehte, desto weniger sah ich, dass ich innerlich abstürzte. Ich suchte Kontrolle, wo ich eigentlich Halt brauchte. Dabei war ich nicht egoistisch, ich war einfach verletzt. Aber mein Schmerz wurde zum Mittelpunkt meiner Gedanken. So kam es, dass ich mir mehrfach das Leben nehmen wollte. Doch diese Zerbrochenheit war auch mein Wendepunkt, der mich zu meinem tiefen Glauben führte. Seitdem hat sich der wichtigste Wandel in den letzten Jahren vollzogen: Die Entscheidung zum Glauben und Loslassen.
Ich habe gelernt, dass ich nicht perfekt sein muss, weil ich nicht für mich selbst kämpfen muss. Diese Erkenntnis basiert auf einem tiefen Vertrauen: Ich muss nur auf Gott vertraune und tun, war mir zeigt. Ich erinnere mich an die Geschichte eines Königs in der Bibel (2. Chronik), der von einem riesigen Heer bedroht wurde. Gott antwortete ihm, in seinem Flehen, sinngemäß: Ihr müsst nicht kämpfen, ich werde für euch streiten.
Genau das sit die demütige Haltung, die mein Leben verändert hat: Ich darf loslassen, weil Gott für mich kämpft.
Diese innere Haltung hat nicht mit Kleinmachen zu tun, sondern mit einer tiefen Erkenntnis: Es geht im Leben nie nur um mich. Mein Leben ist eingebettet in ein großes Ganzes. Gottes Liebe soll sichtbar werden, auch durch mich und mein Verhalten. Diese Erkenntnis erleichtert ungemein, weil ich nicht mehr die Hauptverantwortliche für das Gelingen meines gesamten Lebens sein muss. Ich darf loslassen und auf Gott vertrauen, der das große Ganze im Blick hat.
Das galt für die Mobbing-Situation an meiner Arbeitsstelle. Ich hätte bleiben und meine Reputation bis zur Erschöpfung verteidigen können. Stattdessen habe ich Gott vertraut und bin gegangen. Rückblickend war das die beste Entscheidung, weil si mich an einen Ort echter Wertschätzung geführt hat. Und das gilt für meinen Perfektionsdrang. Ich muss meinen Schmerz nicht perfekt überwinden. Ich muss das leben nicht perfekt meistern. Das Wissen, dass mein Wert nicht von meiner Leistung abhängt, sondern allein in der Gottes gründet, hat den Druck genommen und mich zu einer ungeahnten Leichtigkeit geführt.
Die demütige Haltung ist also ein Akt des tiefen Vertrauens: Du darfst dich zurücklehnen. Du darfst auf Gott schauen. Und du darfst einfach sein, weil der Kampf nicht dein eigener ist.
Warum Loslassen Hoffnung schenkt
Die demütige Haltung, von der ich gerade gesprochen habe, dass der Kampf nicht der eigene ist, fühlt sich oft wie eine spirituelle oder geistliche Übung an. Aber Loslassen ist auch eine der heilsamsten und wirkungsvollsten psychologischen Entscheidungen, die du treffen kannst.
Unser menschliches Gehirn ist darauf programmiert, Unsicherheit als Gefahr zu interpretieren. Wenn wir unsicher sind (beruflich, finanziell, gesundheitlich), versuchen wir zwanghaft, die Kontrolle zu behalten, um uns sicher zu fühlen. Wir schmieden Pläne A, B, C und D. wir verbringen endlose Stunden mit Grübeln. Aber dieser Versuch, das Unkontrollierbare zu kontrollieren, führt nachweislich zu chronischem Stress.
Wissenschaftliche Fakten:
Der Cortisol-Kreislauf Wenn du ständig versuchst, eine ungewisse Situation zu kontrollieren, bleibt dein Körper im Überlebensmodus. Das Stresshormon Cortisol wird dauerhaft ausgeschüttet, was zu Erschöpfung, Schlafstörungen und anderen körperlichen Beschwerden führt - genau das, was wir in den vorherigen Beiträgen besprochen haben (lies hier nach: Migräne, Kniearthrose, etc.)
Der Umschalt-Moment Wenn wir uns bewusst für die Akzeptanz entscheiden und loslassen, signalisieren wir unserem Gehirn: Die Gefahr ist vorerst gebannt. Der Körper kann aus dem Überlebensmodus und den Ruhemodus umschalten (Aktivierung das Parasympathikus). Das reduziert messbar die Stresshormone und bringt dich zur Ruhe.
Loslassen ist also keine passive Resignation, sondern einen aktive und kraftvolle Entscheidung für deine innere Gesundheit.
Die wahre Hoffnung entsteht, wenn du deine Energie nicht länger in den Kampf gegen das Unveränderliche investierst. Stattdessen kannst du diese Energie nutzen, um dich auf das zu konzentrieren, was du tatsächlich beeinflussen kannst: deine Reaktion, deine täglichen Routinen und deine Selbstfürsorge. Die demütige Haltung und die Akzeptanz des Ungewissen machen dich nicht schwach, sondern psychologisch resilient und innerlich stark.
Der Glaube als Fundament: Vertrauen im Sturm
Wenn du dich entscheidest loszulassen, signalisiert das deinem Gehirn Entspannung. Aber um wirklich in das Ungewisse zu vertrauen und die Kontrolle abzugeben, braucht es ein starkes Fundament. Für mich ist das der Glaube an Gott.
Es ist leicht, von Vertrauen zu sprechen, wenn alles gut läuft. Aber wie vertraust du Gott, wenn gerade das ganze Leben Kopf steht und zu zerbrechen droht? Hier liegt die wahre Lektion: Gott fordert von dir keine aufgeräumte Baustelle.
In meinen chaotischen Nächten, als mein Kopf laut war und ich mich am Rand der Verzweiflung fühlte, wurde mir etwas Wichtiges bewusst: Gott sitzt mitten in meinem Chaos. Er sortiert nicht sofort alles, aber er bleibt. Und das ist der entscheidende Unterschied.
Vertrauen bedeutet in diesen Momenten nicht, dass du dich stark fühlen musst. Es bedeutet, die demütige Haltung einzunehmen und ehrlich zu sagen: "Ich weiß gerade nicht weiter."
Die wahre Self-Care ist Vertrauen.
Dieses bedingungslose Vertrauen ist für mich die tiefste Form der Self-Care. Es befreit dich vom Zwang, perfekt sein zu müssen - nicht nur vor der Welt, sondern auch vor Gott. Ich muss ihm nicht beweisen, dass ich meine Probleme unter Kontrolle habe, bevor ich ihn anspreche.
Vertrauen zu lernen und loszulassen ist ein jahrelanger Prozess. Aber es bringt schon heute enorme Erleichterung und Hoffnung:
Es nimmt den Druck: Du musst nicht die ganze Last alleine tragen. Gott kämpft für dich, auch wenn du es nicht fühlst oder sofort siehst.
Es schenkt Gnade: Du darfst müde sein. Du darfst Fehler machen. Dein Wert ist in deiner Existenz begründet, nicht in deiner Leistung.
Es schafft Weitsicht: Rückblickend waren die schwierigsten, chaotischsten Phasen in meinem Leben, immer die besten Entscheidungen, weil sie mich näher an meinen Sinn und meine Berufung geführt haben.
Manchmal ist dieses Vertrauen alles, was dich hält. Aber es ist auch der Ort, an dem du neue Kraft findest.
Dein Werkzeugkasten für Ungewissheit
Vertrauen im Ungewissen ist kein einmaliger Beschluss, sondern eine tägliche Haltung. Es sind die kleinen, bewussten Entscheidungen, die dich im Sturm halten. Hier sind die Werkzeuge, die mir persönlich geholfen haben, in Zeiten des Chaos nicht auseinanderzubrechen.
Self-Care ist Vertrauen, nicht To-Do Gerade wenn das Leben Kopf steht und sich unsicher anfühlt, vergessen wir oft die Selbstfürsorge. Aber das ist der Moment, in dem du sie am dringendsten brauchst. Echte Self-Care ist in diesen Phasen nicht die perfekte Dehnungsübung, sondern die demütige Haltung der Annahme. Atmen und Annehmen: Nimm dir kurze, bewusste Pausen. Atme tief durch und sage dir innerlich: "Ich akzeptiere diese Ungewissheit. Ich atme Gnade ein, ich atme den Druck aus." Achtsame Rituale: Halte an deinen liebevollen Routinen fest. Ob es die 5 Minuten mit deiner Skincare sind oder ein wohlig warmes Bad mit Badeöl, diese Momente der Erdung sind essenziell. Wenn du mehr über Self-Care ohne Zwang erfahren willst, lies hier meinen Beitrag dazu.
Aufschreiben für die spätere Erinnerung In Phasen großer Unsicherheit neigt unser Gehirn dazu, die positiven Momente schnell zu vergessen. Ich habe gelernt, meine Gedanken und die kleinen Schritte des Vertrauens festzuhalten. Der Anker in der Ungewissheit: Schreibe ehrlich auf, was dich gerade bewegt: deine Ängste, deine Fragen und vor allem die Momente, in denen du Gottes Wirken gespürt hast. Dokumentiere deine Siege: Du wirst dich in einem halben Jahr nicht mehr daran erinnern, wie chaotisch dieser Tag wirklich war. Aber du wirst dich daran erinnern, wie du ihn durchgestanden hast. Diese Aufzeichnungen werden später zu deinem persönlichen Zeugnis der Gnade.
Das große Ganze im Blick behalten (mit Gott) Fokus auf das, was bleibt: Gerade in der Ungewissheit ist es heilsam, sich nicht auf das Chaos zu konzentrieren, sondern auf das, was Bestand hat. Mein Zyklustagebuch hilft mir, z.B. auf meinen Körper zu hören, aber das Buch "Leben mit Vision" hilft mir, bspw. meine Lebensziele zu verankern und mich auf das große Ganze zu fokussieren. Das gibt eine Perspektive, die über das momentane Problem hinausgeht. Beten als Loslassen: Beten ist für mich der ultimative Akt des Loslassens. Ich gebe die Kontrolle aktiv ab und sage: "Ich kann das nicht, aber DU kannst es." Das ist keine Vertröstung, sondern die stärkste Form der Selbstfürsorge.
Fazit: Vertrauen ist die wahre Strategie
Vielleicht fragst du dich jetzt, wie du all diese Werkzeuge in dein Leben integrieren sollst - ohne dass es wieder zu einem Zwang wird. Die Antwort liegt in der Ehrlichkeit deiner Haltung.
Ich selbst musste das im Hinblick auf dieses Blogprojekt lernen. Ursprünglich wollte ich hier ein Online-Business aufbauen, doch der Druck hat mich fast zerbrochen. Ich musste meine eigenen Lektionen über das Loslassen anwenden: Ich habe diesen Business-Druck aktiv abgegeben. Heute betreibe ich diesen Blog als ein professionelles Hobby - mein Einkommen verdiene ich in meinem Job.
Das war ei Akt tiefsten Vertrauens: Ich habe die Monetarisierung losgelassen und mich stattdessen auf das konzentriert, was wirklich zählt: Mehrwert für dich zu schaffen. Ich vertraue darauf, dass Gott den Weg leitet und wenn es einmal der richtige Zeitpunkt geben sollte, wird dieses Projekt ein Einkommen bringen. Doch heute ist das Wichtigste die Gnade in jedem Beitrag.
Deine Unperfektion ist dein sicherer Ort.
Es geht nicht darum, das Ungewisse perfekt zu kontrollieren. Es geht darum, dich selbst anzunehmen - mit all deiner Müdigkeit, deinen offenen Baustellen und den Träumen, die gerade geplatzt sind.
Sei gnädig mit dir selbst.
Lass den Kampf los - Gott kämpft für dich.
Mach Self-Care zu einem Akt des Vertrauens, nicht der Pflicht.
Du bist nicht allein in der Ungewissheit und du musst keinen Plan haben. Manchmal ist das ehrliche Loslassen die stärkste Entscheidung, die du treffen kannst.
Schreib mir gern in die Kommentare, wo du gerade lernen musst, loszulassen - ich bete gerne für dich.
Karin 💛




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