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Ich fühle mich zyklisch wie durchgeschleudert: Ein Wegweiser aus Überforderung und Gedankenchaos

  • Autorenbild: Karin Hahn
    Karin Hahn
  • 8. Sept. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Sept. 2025

Ein ehrlicher Wegweiser, um deinen Körper und deine Seele besser zu verstehen


Es sind diese Tage, an denen du einfach nur noch erschöpft bist und deich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen möchtest.


So geht es mir gerade, denn mein Zyklus ist mal wieder eine Achterbahn. Meine Emotionen, mein Körper, meine Seele, mein ganzes SEIN spielt irgendwie verrückt. Meine Periode sollte seit ein paar Tagen schon vorbei sein, stattdessen lässt sie mich warten, kommt einfach nicht. Die ganzen Symptome wie schlechte Laune, leichte Rückenschmerzen oder dieses Ziepen in der Leistengegend sind natürlich schon vorhanden. Und das ganze stresst mich, denn eigentlich wäre der Periodenstart perfekt gewesen (zumindest vom Zeitpunkt her).


Tja, was soll ich dir sagen, es ist halt nicht so und eigentlich ist es auch nicht verwunderlich. Mein Stresspegel, meine Ernährungsumstellung usw. all das hat natürlich Auswirkungen auf mein und meinen Körper, so auch auf den weiblichen Zyklus. Es ist nicht Unnatürliches, auch mal ein paar Ausnahmen zu haben oder gar einen stetig unregelmäßigen Zyklus.


Und mal ganz ehrlich: Da ich nun schon bin, könnte mein Körper mir auch leise Signale senden, dass die Perimenopause langsam anklopft. Der Übergang zu den Wechseljahren ist eine Phase, über die kaum jemand spricht, die aber viele Frauen in meiner und deiner Altersgruppe beschäftigt. Auch das kann eine Ursache für eine zyklische Achterbahn sein und es ist vollkommen in Ordnung, sich das einzugestehen und sich damit auseinanderzusetzen.


Wenn es dir auch so geht und du lernen möchtest, wie du in diesem Chaos wieder mehr zu dir findest, dann begleite ich dich heute ein Stück.


Der weibliche Zyklus als Spiegel der Seele: Wie Stress und Hormone zusammenhängen


Ich könnte dir hier jetzt einfach einen wissenschaftlichen Artikel zusammenfassen, aber all die medizinischen Fachbegriffe bringen uns herzlich wenig. Denn sind wir doch mal ehrlich, am Ende will eine Frau zwar wissen, was los ist in ihrem Körper, aber ohne Fachchinesisch.


Als erstes sollten wir Frauen uns bewusst werden, dass unser Zyklus sehr häufig unsere Sorgen, Ängste, Freuden und vor allem unser Stresslevel widerspiegeln kann. Unser Körper ist ein komplexes System und unglaublich intelligent. Wenn er spürt, dass wir in einer Stressphase stecken - egal ob emotional oder körperlich - hat er andere Prioritäten, als uns einen Bilderbuch-Zyklus zu bescheren.


Stell dir vor, unser Zyklus ist ein Barometer unserer Seele. Ein unregelmäßiger Zyklus ist kein Versagen deines Körpers, sondern ein Hilferuf. Er sagt uns: "Halt, hier stimmt etwas nicht! Nimm dir Zeit, höre mir zu." Genau deshalb ist es so wichtig, zu wissen, was in welcher Phase in uns abgeht. Denn nur dann können wir uns und unseren Körper mit den richtigen "Hilfsmittelchen" unterstützen, die uns im Alltag wieder mehr Balance bringen.


Und jetzt stell dir deinen Körper wie ein Unternehmen mit einem begrenzten Budget vor. Bei akuter Gefahr oder starkem Stress - egal ob durch Termindruck, Schlafmangel oder eine emotionale Belastung - übernimmt ein bestimmtes Hormon das Kommando: das Cortisol. Seine Aufgabe ist es, alle Ressourcen zu mobilisieren, damit du handlungsfähig bist. In diesem „Überlebensmodus“ betrachtet dein Körper die Fortpflanzung als weniger wichtig. Er spart sich quasi das Geld für andere, dringendere Ausgaben. Die Folge: Das Team der Hormone, das für einen regelmäßigen Zyklus zuständig ist - Östrogen, Progesteron, Testosteron, aber auch FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) - kommt durcheinander. Ihre Produktion wird gedrosselt oder das empfindliche Gleichgewicht verschiebt sich.


Und genau das fühlst du dann. Ein unregelmäßiger Zyklus, Stimmungsschwankungen, die nicht zu deinem Zyklustag passen, oder wie bei mir, die Periode, die einfach auf sich warten lässt. Das ist das direkte Feedback deines Körpers auf deine innere Anspannung und die emotionale Belastung. Er zwingt dich, einen Gang runterzuschalten und die Handbremse zu ziehen, bevor er die „normalen“ Abläufe wieder aufnehmen kann.


Und was machen wir jetzt mit dem ganzen Wissen? Wie können wir die Signale unseres Körpers besser verstehen und ihm helfen?

Eine tolle Möglichkeit dafür ist es, sich mit den vier Phasen des Zyklus zu beschäftigen. Wir können lernen, auf sie zu hören und viel bewusster durch einen „Zyklusmonat“ gehen.


Dein Zyklus im Überblick: Die 4 Jahreszeiten deines Körpers


Mein Weg, meinen Körper zu verstehen, war es, ihn als eine Reise durch die vier Jahreszeiten zu sehen. Jede Phase hat ihre ganz eigene Kraft und ihre eigenen Bedürfnisse. Es ist, als würde mein Körper jeden Monat seinen eigenen Frühling, Sommer, Herbst und Winter durchlaufen.


  1. Phase: Der Winter - Menstruation (Ruhe & Loslassen)

    Die Menstruationsphase ist der Winter deines Körpers. Sie beginnt am ersten Tag deiner BLutung und dauert 3 - 7 Tage. In dieser Zeit sind deine Hormone (Östrogen und Progesteron) auf ihrem Tiefpunkt. Das erklärt, warum du dich oft müde, energielos oder sogar niedergeschlagen fühlen kannst. Dein Körper leistet Schwerstarbeit und stößt, die Gebärmutterschleimhaut ab, was viel Energie kostet. Der Wunsch nach Rückzug ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine intuitive Reaktion auf die physiologische Arbeit deines Körpers.


    • Was dein Körper jetzt braucht: Ruhe und Regeneration.

      Mach sanftes Stretching oder Spaziergänge. Achte auf ausreichend Schlaf.


    • Was deine Seele jetzt braucht: Loslassen.

      Der Winter ist die Zeit der Reflexion. Nimm dir Zeit, den vergangenen Monat zu reflektieren und Pläne zu überdenken.


  1. Phase: Der Frühling - Folikelphase (Neue Ideen & Energieaufbau)

    Nach dem Winter erwacht dein Körper im Frühling, der Follikelphase. Mit dem Ende deiner Periode beginnt der Östrogenspiegel zu steigen. Du spürst einen deutlichen Energieschub und Optimismus. Deine Kreativität und Vitalität steigen und du fühlst dich bereit, neue Projekte anzugehen.


    • Was dein Körper jetzt braucht: Energieaufbau.

      Dein Körper ist jetzt widerstandsfähiger. Es ist eine gute Zeit für intensiveres Training.


    • Was deine Seele jetzt braucht: Planung und neue Ideen.

      Nutze diesen Energieschub, um neue Pläne zu schmieden und herausfordernde Aufgaben anzugehen.


  1. Phase: Der Sommer - Ovulationsphase (Volle Energie & Geselligkeit)

    Der Sommer ist der Höhepunkt deines Zyklus und deine fruchtbarste Zeit. Dein Östrogenspiegel erreicht seinen absoluten Höhepunkt. In dieser Zeit fühlst du dich am energiegeladenen und selbstbewusstesten. Die Libido und das Bedürfnis nach Geselligkeit steigen.


    • Was dein Körper jetzt braucht: Nutze deine Energie.

      Gib Gas im Training oder beginne ein neues Hobby.


    • Was deine Seele jetzt braucht: Soziale Interaktion.

      Dies ist die perfekte Zeit für Networking oder wichtige Gespräche, da deine Kommunikationsfähigkeit auf dem Höhepunkt ist.


  1. Phase: Der Herbst - Lutealphase (Innere Einkehr & Vorbereitung auf Loslassen)

    Nach dem Sommer folgt der Herbst. Dein Progesteronspiegel steigt, was beruhigend wirkt, aber auch Reizbarkeit und Müdigkeit mit sich bringen kann. Wenn keine Befruchtung stattfindet, sinken deine Hormone wider ab, was fot zu den bekannten prämenstruellen Symptomen (PMS) führt.


    • Was dein Körper jetzt braucht: Mehr Energie und sanfte Bewegung.

      Dein Stoffwechsel steigt um etwa 10%. Komplexe Kohlenhydrate und Magnesium können Stimmungsschwankungen und Heißhunger reduzieren.


    • Was deine Seele jetzt braucht: Innere Einkehr und Loslassen.

      Es ist in Ordnung, sich zurückzuziehen. Nutze diese Phase für administrative Aufgaben oder zum Abschließen von Projekten.


Ein Tool, das mir auf meinem Weg geholfen hat


Ich habe mir lange schwer getan, die Signale meines Körpers zu verstehen und die verschiedenen Phasen meines Zyklus zu deuten. Ein Werkzeug hat mir dabei ungemein geholfen: das Zyklustagebuch von Lebenskompass.


Es war für mich ein echter Gamechanger, meine Gefühle, mein Energielevel und meine körperlichen Symptome zu notieren. Es hat mir geholfen, Muster zu erkennen und zu sehen, dass meine Stimmungsschwankungen und meine Erschöpfung oft keine Launen sind, sondern ein Spiegel dessen, was in mir passiert.


Ich nutze es, um die Verbindung zwischen meinem Zyklus, meinen Emotionen und meinem Alltag zu verstehen. Für mich ist es wie ein Kompass, der mir zeigt, wann ich einen Gang runterschalten muss. Wenn du bereit bist, die Signale deines Körpers zu verstehen, kann ich es dir von Herzen empfehlen.


Akzeptiere die Unperfektion


Vielleicht fragst du dich, wie du das alles in deinem vollen Alltag unterbringen sollst. Ich will dir ganz ehrlich sagen: Es geht nicht darum, den Zyklus zu kontrollieren oder perfekt zu funktionieren. Es geht darum, ihn als Teil von dir selbst anzunehmen. Dein Zyklus ist kein Versagen, sondern ein Spiegel deiner Seele.


Ich lade dich ein, auf diese Stimme zu hören und dir kleine, bewusste Inseln der Ruhe im Alltag zu schaffen. Du bist nicht allein, und es ist vollkommen okay, wenn nicht immer alles nach Plan läuft. Der erste Schritt ist, das Chaos zu akzeptieren und auf deinen Körper zu hören.


🧡 Wenn du gerade selbst versuchst, besser auf dich zu achten oder kleine Schritte in Richtung Veränderung gehst - du bist nicht allein. Fühlst du dich verstanden? Schreib mir gerne und lass uns gegenseitig ermutigen.


Ich wünsche dir, dass du dich selbst und die Signale deines Körpers von nun an ernst nimmst. Denn das ist der erste Schritt zu einem Leben, das sich wirklich nach dir anfühlt.



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About Me

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Ich bin Karin, vierfach Mama, Ehefrau und Entdeckerin auf dem Weg zu einem bewussteren, sinnerfüllten Leben. Hier teile ich meine unperfekte Reise – von der Überforderung hin zu mehr Gnade und innerer Ruhe. Mein Ziel ist es, dich zu ermutigen: Du bist genug, genauso wie du bist.

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