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Zyklus-Start im Signal-Chaos

  • 30. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Wenn der Körper nur noch “Zuviel” schreit


Eigentlich wollte ich diesen Monat darüber schreiben, wie ich meinen Alltag nach meinem Zyklus ausrichte. Wie ich die “inneren Jahreszeiten” nutze, um produktiver oder achtsamer zu sein. Aber die Realität sieht gerade anders aus: Ich stecke in einer Krise, und mein Zyklus ist kein sanfter Rhythmus mehr, sondern ein einziges Signal-Gewitter.


Kennst du das, wenn du deinen eigenen Körper nicht mehr verstehst? Wenn du nicht mehr sagen kannst, ob das Unterleibsziehen jetzt ein Vorbote der Periode ist, ein Zeichen der Perimenopause mit 40 oder einfach nur die pure Erschöpfung, die sich körperlich bemerkbar macht?


Wenn die Krise den Rhythmus bricht


Seit Monaten fühle ich mich ausgebrannt. Ich dachte, es sei eine Phase, die vorbeigeht - so wie der stressige Sommer, in dem Erholung oft ein Fremdwort war. Doch dieses Mal blieb die Erschöpfung. Im Oktober kamen tägliche Kopfschmerzen hinzu.  Statt Zyklus-Tracking hieß es nun plötzlich: Neurologe, Augenarzt, MRT


Die Diagnose Migräne steht im Raum, und statt Symptomen wie “kreative Phase” oder “Rückzug” trage ich jetzt Schmerzattacken in mein Tagebuch ein. Früher hatte ich alles “im Griff”. Mit vier Kindern und dem Spagat zwischen Haushalt und Job war der Zyklus mein Kompass. Heute fühlt es sich an, als hätte jemand den Kompass magnetisch gestört. Die Periode kommt zu früh, sie bleibt weg, sie ist schmerzhaft oder völlig unauffällig - ein absoluter Neubeginn, der sich eher wie ein “Dahin-Stolpern” anfühlt.


Das “Simulantinnen-Syndrom” im Stress-Strudel


Ein Gefühl begleitet mich dabei besonders hart: ich komme mir oft vor wie eine Simulantin. Sobald der Druck nachlässt, am Wochenende oder wenn der Terminkalender mal eine Lücke lässt, atmet mein Körper auf. Die Schmerzen weichen, die Seele wird leichter.


Doch kaum meldet sich der Alltag zurück - die Schularbeiten der Kinder, Arzttermine, die Verantwortung im Job - schießt mein Nervensystem wieder von Null auf Hundert. Ich habe gelernt, dass wir in einer Welt leben, die körperliche Ursachen sucht oder alles sofort auf die “Psyche” schiebt. Beides fühlt sich oft nicht richtig an. Ich bin überzeugt: Mein Körper nutzt den Zyklus und den Schmerz als Notbremse. Er zwingt mich in die Knie, damit ich nicht in der kompletten Selbstaufgabe lande. Er schützt mich vor mir selbst.


Fokus 40+: Wenn die Perimenopause anklopft


Mit 40 stehe ich zudem an einer Schwelle, über die viel zu wenig gesprochen wird: der Perimenopause. Man erwartet Hitzewallungen, aber bei mir ist es das Gegenteil. Mir ist bei 23 Grad Raumtemperatur eiskalt. Mein Gedächtnis lässt mich im Stich; ohne die Erinnerungen im Smartphone wäre ich verloren. Erst vor kurzem bin ich deshalb zu spät zu einem Arzttermin gekommen, früher wäre mir so etwas nicht passiert.


Überall auf Social Media sehe ich Frauen in meinem Alter, die behaupten, sie wüssten jetzt genau, was sie wollen und stünden fest im Leben. Ich dagegen fühle mich oft genau gegenteilig: unsicher, fragil und ständig auf der Suche nach einer neuen Identität in diesem hormonellen Umbruch. Wenn du das auch kennst, möchte ich dir sagen: Du bist nicht allein. Dieses Chaos ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Wandel.


Anker für das Signal-Chaos


Wie kannst du nun mit diesem Körper umgehen, der scheinbar tut, was er will? Ich habe für mich drei kleine Anker entdeckt, die ich hier mit dir teilen möchte.


1. Entlarve das Signal-Gewitter

In den letzten Beiträgen habe ich öfters über die Stimmen der Vergangenheit geschrieben, die uns als “faul” beschimpfen. Wenn dein Körper mit Schmerz oder Unregelmäßigkeiten reagiert, ist das keine Bequemlichkeit. Dein Nervensystem versucht dich in Sicherheit zu bringen.


Anker: Sprich mit deinem Körper. Sag ihm: “Ich höre dich. Du musst nicht schreien, damit ich merke, dass es zu viel ist. Ich mache jetzt langsamer."


2. Dein Körper-Psalm-Check

In meinem Beitrag über das Zeitgefängnis habe ich das Psalm-Prinzip (Klagen & Danken) erwähnt. Das funktioniert auch mit dem Körper.


Anker: Nimm dir dein Notizblatt und klage Gott dein Leid: “Gott, mein Kopf hämmert, ich friere und ich verstehe meinen Zyklus nicht mehr.” Und dann suche das “Trotzdem-Danke”: “Danke für das warme Bad, das meine Glieder lockert. Danke für Jesus, der mein Strohhalm ist, wenn ich mich am Alltag verbrenne.”


3. Übe “Gnade statt Leistung”

Wir trainieren die Neuroplastizität unseres Gehirns, indem wir neue Wege gehen. Wenn du merkst, dass du dich für dein “Nicht-Funktionieren” verurteilst, unterbrich den Gedanken.


Anker: Sei gnädig mit deinem unperfekten Rhythmus. Wenn dein Kalender “Produktivität” sagt, dein Körper aber “Ruhe” braucht, ist das Hören auf den Körper die höchste Form der geistigen Reife. Gottliebt dich nicht wegen deiner Effizienz, sondern er liebt dich immer, so auch in deiner Zebrechlichkeit.


Gott als Fundament, wenn nichts mehr taktet

Ich bin noch nicht am Ziel. Ich hoffe auf meinen Therapieplatz im März und lerne jeden Tag neu, mich meinen Schwestern in Christus anzuvertrauen. Es ist ein behutsamer Prozess in meinem Tempo, begleitet von Gott.


Gott ist mein Fundament, wenn nichts mehr im Takt ist. Er nimmt mich an, egal ob mein Körper, mein Geist oder meine Seele gerade streiken. Seine Gnade ist das einzige, was uns Menschen wirklich fehlt, und eigentlich brauchen wir auch gar nicht mehr. Ich darf lernen, mit mir selbst gnädiger zu sein, so wie ich es anderen gegenüber schon lange bin.


Wir dürfen aufhören, perfekt funktionieren zu wollen. Wir dürfen im Chaos stehen und uns an dem stärksten Strohhalm festhalten, den wir haben: An Jesus, der uns hält, auch wenn wir den Rhythmus gerade verloren haben.


Deine Karin 💛



Hand aufs Herz: Wo verbrennst du dich gerade an deinem heißen Alltag? Fühlst du dich auch manchmal wie eine Simulantin deines eigenen Leids? Schreib es gerne in die Kommentare und lass uns gemeinsam lernen, der Gnade mehr Raum zu geben als dem Druck. Komm gerne in meinen Member-Bereich, dort soll eine Community der echten Wertschätzung, Annahme und Hilfe untereinander entstehen.


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Ich bin Karin, vierfach Mama, Ehefrau und Entdeckerin auf dem Weg zu einem bewussteren, sinnerfüllten Leben. Hier teile ich meine unperfekte Reise – von der Überforderung hin zu mehr Gnade und innerer Ruhe. Mein Ziel ist es, dich zu ermutigen: Du bist genug, genauso wie du bist.

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