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Jahresrückblick zwischen Schatten und Licht

  • Autorenbild: Karin Hahn
    Karin Hahn
  • vor 6 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Jahresrückblick 2025: Wenn das Licht im Schatten leuchtet und Disziplin nicht mehr reicht


Da sitze ich nun vor diesem weißen Bildschirm und frage mich: Was soll ich schreiben? Ein Jahresrückblick? Normalerweise scrollt man in dieser Zeit durch Highlights, Erfolge und strahlende Momente. Ich überlege fieberhaft, was das Jahr 2025 für mich bereitgehalten hat, aber da ist keine glitzernde Liste.


Ich weiß, dass ich gelacht habe, aber ich weiß nicht mehr genau, wo oder warum. Ich weiß aber sehr genau, dass ich geweint habe. Viel. Weil alter Schmerz hochgekommen ist, ein Schmerz, von dem ich dachte, ich hätte ihn längst hinter mir gelassen.


Der äußere Schein und die Wahrheit im Stillen


Nach außen hin wirk vielleicht alles so, als ob es “eh passt”. Doch die Wahrheit sieht oft anders aus. In diesem Jahr habe ich schnell gespürt, wie wir uns als Ehepaar fremd geworden sind. Wir haben gelernt, nebeneinander zu leben, jeder in seiner eigenen Welt. Einst wussten wir ohne Worte, was der andere denkt, doch heute verstehen wir uns kaum noch.


Das hat mich viele Tränen gekostet, die niemand gesehen hat. Tränen in der Einsamkeit und in der Stille. Ich habe geklagt, ich habe Gott nach dem “Warum” gefragt. Ich habe mit IHM gerungen und ihn angeklagt. Aber ich habe ihn nie losgelassen, weil ich tief drinnen wusste: Er lässt mich auch nicht los. In meinen dunkelsten Stunden 2025 war ER da. Er hat mein Flehen und mein Ringen ausgehalten.


Die kleinen Lichter im Alltag


Doch wenn ich genau hinsehe, war nicht alles schwarz. Da gab es diese Momente, in denen mein Herz plötzlich weit wurde. Es waren keine großen Abenteuer oder Feste, sondern der ganz normale Alltag. Wenn ich die Arbeit einfach mal liegen lassen konnte, um mit meinen Kindern zu spielen. Wenn ich sah, wie sie miteinander lachten oder heimlich eine kleine Überraschung für mich planten. Wenn sie im Haushalt mithelfen, ohne dass ich “jammern” musste. Diese Momente waren meine Tankstellen. Sie haben mir die Energie gegeben, die mir an anderen Stellen fehlt.


Der Bund im Sturm


Inmitten all der Fragen und der Dunkelheit gab es im Juni, dann doch ein Ereignis, das mein ganzes Jahr - ja sogar mein ganzes Leben - überstrahlt: Ich habe mich taufen lassen.


Obwohl ich als Baby getauft wurde, spürte ich den tiefen Wunsch, diesen Bund mit Gott aus meinem jetzigen, gereiften Herzen noch einmal ganz bewusst zu besiegeln. Erst in den letzten 3 - 4 Jahren habe ich zu diesem tiefen Glauben gefunden, der mich heute trägt. Seither schlägt mein Herz in zwei Welten: Ich bin in der katholischen Kirche beheimatet, finde aber auch in einer freikirchlichen Gemeinde ein geistliches Zuhause.


Diese Taufe war kein magisches Versprechen, dass ab jetzt alles glatt läuft. Aber sie war mein öffentliches „JA“ zu IHM, eine Entscheidung, die tiefer liegt als meine Erschöpfung und meine Zweifel. In dem Moment, als ich untertauchte und wieder auftauchte, wusste ich: Egal was noch kommt, ich gehöre IHM. Dieser Bund ist das Fundament, auf dem ich jetzt, am Ende des Jahres, meine Heilung angehen darf.


Wenn die Kraft fehlt: Abschied vom Mythos Disziplin


Ich wollte diesen Blog aufbauen, hatte große Pläne. Doch oft wurden meine Lichtmomente von Stress und Dunkelheit überschattet. Ich habe es geschafft, zehn Artikel für euch zu schreiben. Das sind keine perfekten Anleitungen, sondern Bruchstücke meiner Erfahrungen.


In den letzten Wochen des Jahres hatte ich Rückschläge, die mich vom Schreiben abgehalten haben. Und ich werde ehrlich sein: Ich schäme mich. Ich schäme mich dafür, dass ich einiger der “Errungenschaften”, über die ich hier geschrieben habe, zurzeit selbst nicht umsetzen kann. Die Kraft fehlt einfach. Alte Muster haben mich wieder eingeholt.


Aber ich überwinde diese Scham heute und lege es offen. Denn ich bin mir sicher, dass es dir vielleicht ganz ähnlich geht. Man krempelt sein Leben um, denkt, man hat es geschafft, doch dann kommt etwas Unvorhergesehenes und man fällt zurück. Manchmal reicht Disziplin einfach nicht aus. Manchmal braucht die Heilung der Seele so viel Energie, dass für den Rest keine Kraft mehr bleibt. Und das ist okay.


2026: Ein mutiges JA zur Hilfe


Das Jahr 2025 hat mich eines gelehrt: Ich darf um Hilfe bitten. Ich muss nicht alles alleine mit Gott ausmachen. Er hat uns Menschen an die Seite gestellt.


Für 2026 habe ich einen Entschluss gefasst: Ich werde eine Psychotherapie starten und ich stehe bereits auf einer Warteliste für das erste Quartal. Ich werde die alten Verletzungen nicht mehr nur “kennen”, sondern sie aktiv aufarbeiten. Ich habe noch keinen fertigen Plan, wie das alles werden soll, aber ich habe diese tiefe Gewissheit: Gott hat schon jemanden für mich bereitgestellt.


Es liegt an mir, JA zu sagen. Ja zu mir. Ja zu Gott. Und Ja zum Leben - so unperfekt es gerade auch sein mag.


Gnade ist nicht, dass wir alles im Griff haben. Gnade ist, dass wir gehalten werden, wenn wir alles loslassen müssen.


Deine Karin 💛


Wo stehst du gerade am Ende dieses Jahres? Musst du auch gerade lernen, dass Disziplin nicht die Lösung ist? Schreib mir gerne in die Kommentare, ich lese jedes Wort und bete gerne für dich.





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About Me

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Ich bin Karin, vierfach Mama, Ehefrau und Entdeckerin auf dem Weg zu einem bewussteren, sinnerfüllten Leben. Hier teile ich meine unperfekte Reise – von der Überforderung hin zu mehr Gnade und innerer Ruhe. Mein Ziel ist es, dich zu ermutigen: Du bist genug, genauso wie du bist.

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